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Apple Watch Series 3 Test: Was kann die neue Smartwatch wirklich?

Die Apple Watch ist in ihrer Version Nummer drei etwas unabhängiger vom iPhone geworden, doch wo liegen ihre neuen Möglichkeiten und wo sind ihre Grenzen dieser Smartwatch?

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Die wichtigste Neuerung – Das LTE-Mobilfunkmodul!

Apple führte Mitte September die neue Apple Watch Series 3 vor. Bei dieser Vorführung wurden die Hardware-Neuerungen recht schnell abgefertigt. Die große, sehr wichtige Neuerung bedeutet mehr Freiheit für die Träger der Smartwatch, denn Sie können nämlich ihr iPhone auch zu Hause lassen! Die Uhr hat nun ein optional erhältliches LTE-Modul und UMTS, welches in das kleine Gehäuse der Apple Smartwatch mit eingebaut wurde.

Erwähnenswert ist auch noch eine sehr bemerkenswerte Technik, denn der Bildschirm der Uhr dient hierbei als Antenne. Dem Konzern war es nicht wichtig genug darüber auf der Präsentation zu referieren, dabei ist das eine bemerkenswerte Neuerung.

Dank dem Mobilfunkmodul mit LTE und UMTS kann man ab sofort mit der Apple Watch Series 3 unabhängig von einem iPhone telefonieren oder Daten empfangen. Telefoniert wird mit der eigenen iPhone-Rufnummer. Eine Sim-Karte ist fest in der Uhr fest eingebaut, und sie wird als Multi-Sim tatsächlich zum vorhandenen Mobilfunkvertrag bezahlt. In Deutschland ist dies nur mit einem Telekom-Vertrag möglich. Die zweite Sim-Karte kostet Sie 5 EUR pro Monat, wobei in den ersten sechs Monaten für die zweite Sim keine Gebühren anfallen. Wichtig zu wissen ist, dass im Ausland Roaming mit der Sim aus der Uhr nicht funktioniert.

Das Design der Apple Watch Series 3 blieb unverändert

Gegenüber ihrem Vorgängermodell hat sich am Design der neuen Smartwatch aus Cupertino nichts geändert. Die Apple Watch Series 3 ist optisch eine Kopie des Vorgängermodells. Sie hat viele der Eigenschaften vom Vorgängermodell übernommen: Sie ist beispielsweise wasserdicht, sodass sie im Schwimmbad getragen werden kann. Armbänder können ohne zusätzliches Werkzeug gewechselt werden. Zusätzlich zum Touchscreen ist eine Taste und ein Drehknopf vorhanden, genannt Digitale Krone.

Die Technik hat sich stark verändert

Grundlegend verändert haben die Ingenieure von Apple die Technik der Smartwatch. Der Speicher wurde verdoppelt und beträgt nun 16 GB. Der Uhr wurde ein neuer Funkchip – genannt W2 – eingebaut. Der GPS-Empfänger wurde um einen barometrischen Höhenmesser ergänzt. Dieser kann relative Höhenunterschiede direkt messen und hilft beim Berechnen des Kalorienverbrauchs während des Bergwanderns oder des Treppensteigens.

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Siri ist in der Apple Watch neu und spricht mir Ihnen

Die Series 3 Apple Watch bekam den Apple S3 – einen neuen Prozessor. Er soll ca. 70 % schneller sein als der aus dem Vorgängermodell. Er ist wichtig, damit Siri funktionieren kann. Bisher konnte man mit der Apple Watch nur in schriftlicher Form kommunizieren. Dank des neuen Chips kann Siri, wie auf anderen Geräten von Apple z.B. iPhones und auch iPads, in Sprache Antworten ausgeben. Das hat sicherlich viele Vorteile, jedoch hören Umstehende alles mit, was der User mit Siri zu besprechen hat. Das Sprach-Feedback können Sie allerdings abstellen oder derart einstellen, dass die Antworten in einem Kopfhörer ausgegeben werden.

Das Siri-Ziffernblatt bekommen die Nutzer von älteren Apple-Uhren zusammen mit dem Watch OS 4. Das neue Uhrenbetriebssystem benötigt iOS 11 auf dem iPhone. Damit reagieren Programme insgesamt schneller. Sie lassen sich zudem flüssiger bedienen.

Die Workout-App wurde überarbeitet, Sie können Ihr Programm zügiger starten, auch sind neue Sportarten hinzugekommen. Der Wechsel einer Sportart ist innerhalb der laufenden Trainingseinheit möglich. Die Apple Watch Series 3 kann sogar im Fitness-Studio mit Geräten von mehreren großen Herstellern kommunizieren. Der neue Prozessor hat mehr Rechenleistung und beschleunigt die Smartwatch bzw. deren Arbeitstempo. Ein Barometer wurde ebenfalls neu eingebaut, zurückgelegte Höhenmeter werden damit autonom und präzise ermittelt.

Streaming noch nicht ganz gelöst

Statt der in der Apple Watch eingebauten Lautsprecher, sind mit Kopfhörern die neuen Mobilfunkfunktionen besser zu nutzen. Erstens ist es der Privatsphäre geschuldet, zum anderen sind die Klangqualität und auch die Sprachverständlichkeit tatsächlich besser. Das Freisprechen ist möglich, doch ist es anstrengend und umständlich, denn die Uhr muss beim Telefonieren vor das Gesicht gehalten werden.

Das Telefonieren unabhängig vom iPhone verblüfft trotzdem: Die Akustik wurde gegenüber dem Vorgängermodell deutlich verbessert. Man hört zwar seinen Gesprächspartner durch die kleinen Lautsprecher der Uhr etwas blechern, der Angerufene jedoch merkt meist nicht, dass das Gespräch über die Uhr geführt wurde. Telefonieren funktioniert auch in einem fahrenden Auto.

Das LTE-Modul kann auch als Navi genutzt werden, um eine Wegbeschreibung abzurufen zu einem Ziel, das man ansteuern möchte. Die Smartwatch kann auch zum Chatten eingesetzt werden. Doch E-Mails auf der Apple Watch zu lesen ist sehr mühsam, dafür ist der Bildschirm einfach zu klein.

Die Möglichkeit über die Uhr Musik zu streamen ist noch Zukunftsmusik. Apple hatte auch diese Funktion versprochen, aber genutzt werden kann sie bisher noch nicht. Streaming wird allein für Apple Music realisiert werden. Dienste wie Spotify, Deezer und Amazon Music sind nicht angedacht.

Die Apple Watch Series 3 geht beim Grenzübertritt offline

Wie eingangs berichtet, lässt sich die Mobilfunkfunktion nur über eine Multi-Sim der Telekom mit einem Laufzeitvertrag verwenden. Prepaid-Kunden wurden hier nicht mit einbezogen. Der Grund ist, dass die Telekom bei ihren Prepaid-Tarifen keine Multi-Sim anbietet. Die Smartwatch arbeitet nur mit den Apple-Produkten iPhone, iPad und iPod touch zusammen, die das iOS 11 als Betriebssystem geladen haben. Eine Sim-Karte ist nicht notwendig. Der mit der Sim gelieferte Aktivierungscode schaltet die programmierbare eSim aus der Smartwatch frei. Die Multi-Sim der Telekom kostet 4,95 Euro monatlich. Der Betrag wird zusätzlich zu dem Laufzeitvertrag fällig. Die Apple Watch Series 3 nutzt die eigene Rufnummer und auch das Datenvolumen gemeinsam mit dem iPhone. Ein schwarzer Fleck am Konzept ist leider, dass die Mobilfunkfunktion der Smartwatch nur im Telekom-Netz und auch nur in Deutschland genutzt werden kann. Am Urlaubsstrand in Spanien oder Italien kann man mit also nicht mit den Daheimgebliebenen Kontakt aufnehmen.

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Neuerungen im Betriebssystem WatchOS 4 aus der Apple Watch Series 3

Die meisten Verbesserungen und auch Neuerungen, entdeckt man am Betriebssystem watchOS Version 4.0. Die neue Version bekommen alle älteren Apple Watches ab 19. September kostenfrei aufgespielt. Das Update beinhaltet neue Ziffernblätter, eine stark verbesserte Workout-App und auch eine überarbeitete Pulsmessung. Diese App misst auch den Ruhepuls und erteilt Auskunft darüber, wie schnell die Erholungsphase nach einem Training beendet ist, was die Fitness nachweislich dokumentiert.

Die Trainings-App auf dem iPhone zeigt eine Grafik der detaillierten Messwerte an. Beim Training auf einem Crosstrainer ist die Linie gut zu erkennen, auch kurze Trainingspausen und ein Abfall der Herzfrequenz werden bestens erkannt. Die Health App im iPhone ermittelt die Herzfrequenzvariabilität in einem Millisekunden Wert. Eine weitere Überraschung für Sportler ist, dass der VO2max gemessen und natürlich auch angezeigt wird. Dieser Wert ist ein bedeutender Indikator der die Sauerstoffaufnahme und Herz-Kreislauf-Fitness.

Vorteile und Nachteile der Apple Watch Series 3

+ Kleiner, aber guter Bildschirm

+ Erstklassige Verarbeitung

+ Wasserdicht bis zu 50m

+ LTE- und GPS-Funktion eingebaut

+ gute Sport- und Fitnessfunktionen

– LTE-Funktion nur mit Laufzeitvertrag von der Telekom und nur im Inland zu benutzen

– Eher geringe Akkulaufzeit bei der Nutzung aller Mobilfunk-Funktionen

Fazit

Dass das LTE-Modul der Apple Watch Series 3 zurzeit nur im Telekom- Netz und auch nur in Deutschland funktioniert, sollte unserer Meinung nach noch optimiert werden. Auch beim Akku, ist noch viel Luft nach oben. Die Uhr muss nächtlich aufgeladen werden. Sobald man die gesamten neuen Mobilfunkfunktionen mit nutzt, hält der Akku nicht sehr lange durch, das Ladekabel muss also immer zur Hand sein.

Trotzdem ist die Apple Watch Series 3 unterwegs ein kleines, leichtes Kommunikations- und Unterhaltungszentrum. Man darf ihr nicht alles gleichzeitig abverlangen – und die Telefonie-Funktion nur dann nutzen, wenn es notwendig ist. Es sollte jedoch nicht vergessen werden, dass die Smartwatch nur eine Ergänzung zum iPhone darstellt. Die Apple Watch Series 3 kostet mit LTE und GPS-Funktion ab 449 Euro. Ohne das LTE-Modul ist sie bereits ab 369 Euro zu haben.

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