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Was ist Panzerglas, woraus besteht es und wofür wird es überhaupt verwendet?

Panzerglas wird allgemein auch Verbund-Sicherheitsglas, kurz VSG, genannt. Es ist anders als normales Glas – nicht so empfindlich, stoßfest, hält bei Beschuss und auch Sprengungen können diesem „Superglas“ nichts anhaben. Auch eine weitaus höhere Schalldämmung ist ein Vorteil von Panzerglas.

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Wo wird Panzerglas eingesetzt?

Die meisten Menschen kennen das Panzerglas als Objekt- bzw. Personenschutz und auch bei den heutigen Smartphones erfreut es sich sehr großer Beliebtheit. Selbst in Schulen, Kindergärten, Hallenbädern, im Wohnbereich oder für Verglasungen die über dem Kopf verwendet werden (zum Beispiel in Wintergärten) wird es verwendet.

Auch bei Brüstungen wird Panzerglas gerne verwendet, also vor Absturz sicherndes Glas. Bei vielen Banken, Schaufenstern von Geschäften oder auch bei Autos findet es sein Einsatzgebiet. Aber auch Sonderfahrzeuge werden damit gepanzert, um Schäden bei Überfällen oder auch das Gut, das transportiert wird, zu schützen.

Die Verarbeitung des Materials hängt natürlich immer vom Verwendungszweck ab. Beim Personenschutz etwa, wird mehr darauf geachtet, dass wenn die Glasscheibe bei Gewalteinwirkung bzw. Krafteinwirkung splittert, sich diese Splitter nicht in Richtung der zu schützenden Person bewegen. Beim Objektschutz (zum Beispiel beim Schaufenster) wiederum, geht es darum, dass auch nach mehrmaliger Gewalt- oder Krafteinwirkung das Panzerglas standhält und einen Diebstahl, wie etwa durch ein entstandenes Loch, vermieden werden kann.

Weitere EInsatzgebiete des Panzerglases

Auch bei unseren Kraftfahrzeugen wird Panzerglas verwendet, um bei Unfällen eine (weitere) Verletzung der Insassen zu verhindern. Im Normalfall ist nur die Windschutzscheibe aus Panzerglas hergestellt, aber bei manchen Modellen der Mittel- oder Oberklasse sind sogar die Seitenscheiben und Heckscheiben mit diesem Spezialglas gesichert.

Panzerglas wird in unterschiedliche Widerstandsklassen eingeteilt, die in verschiedene Kategorien unterteilt sind. Die Widerstandsklassen des Durchbruches bzw. Durchwurfes reicht von P1A (geringste Klasse) bis P8B (höchste Klasse). Beim Beschuss sind es die Klassen BR1 (geringste Klasse) bis BR7 (höchste Klasse), sowie SG1 und SG2 und bei der Sprengwirkung sind es die Klassen ER1 (geringste Klasse) bis ER4 (höchste Klasse).

Wie wird Panzerglas hergestellt?

Das Panzerglas berstet, aber zerbricht nicht in tausende Teile, da es von einer speziellen Beschichtung zusammengehalten wird. Diese Beschichtung nennt sich Sicherheits-Laminierung, diese ist reißfest und zähelastisch. Sie verbindet zwei oder mehr Flachglasscheiben zu dem speziellen Sicherheitsglas.

Durch eine Walzenpresse wird ein so genannter „Vorverbund“ von zwei oder mehr übereinander liegenden Glasscheiben und der erwähnten Folie hergestellt. Diese besteht zumeist aus den Materialien Polyvinylbutyral (PVB) oder Ethylenvinylacetat (EVA). Unter einer Hitze von ca. 140 °C und einem ca. 12 bar starkem Druck, wird ein dauerhafter Verbund von Glas und Folie geschaffen, dies geschieht in einem sogenannten Autoklaven. Ein Autoklav (gr./lat. selbstverschließend) ist ein Druckbehälter, der gasdicht und verschließbar ist. Er wird für die thermische Behandlung von Stoffen im Überdruckbereich eingesetzt. Wir kennen solche Autoklaven sogar aus dem Haushalt, denn der handelsübliche Schnellkochtopf stellt ebenfalls einen Autoklaven dar.

Qualitätskontrollen

Um sicherzugehen, dass das Glas auch wirklich hält, gibt es ständige Kontrollen. Eine dieser Kontrollen nennt man Pummeltest (engl. to pummel = schlagen). Durch Hämmern bei minus 18 °C wird herausgefunden, wie viele Glasstücke beim Bruch der Scheibe an der eingearbeiteten Folie haften bleiben bzw. wie viele sich lösen. Damit wird das dadurch entstehende Verletzungsrisiko ermittelt.

Eine weitere Möglichkeit Panzerglas zu kontrollieren ist der er Kugelfallversuch und der Baketest. Beim Kugelfallversuch wird, wie schon der Name sagt, eine Kugel (Stahlkugel) aus einer gewissen Höhe auf das Glas fallen gelassen und mittels Kontrollpunkte, wie beim Pummeltest, das Verletzungsrisiko gemessen. Bei der Prüfung durch den sogenannten Bake-Test (16h bei 100°C, danach bis 150°C) zeigt sich durch die Blasenbildung, ob das VSG eine gute Qualität hat. Denn ein gutes Panzerglas zeigt auch bei 120°C keine Blasen. Man sollte jedoch beachten, dass eine dauerhafte Temperaturbeschallung von 70 °C nicht überschritten werden sollte, da sich ab über 60°C die Resttragfähigkeit erheblich verringert und die Wahrscheinlichkeit des Glasbruches erheblich erhöht wird.

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